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Bis zum Abtritt Trichets weitere EZB-Zinserhöhungen zu erwarten


By JFelger - Posted on 07 July 2011

Mir scheint, der EZB-Chef Jean-Claude Trichet befindet es für richtig, dass Ländern wie Griechenland schmerzhafte Reformen durchlaufen müssten. Sie hätten in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben nicht gemacht, also geschludert. Mehrfach betont Trichet mit Engagement, dass die Regierungen verantwortlich seien. Er möchte diese Verantwortung, die im Moment auf der EZB lastet, offenbar nicht weiter auf sich und seine Institution bezogen sehen. Bei Nachfragen bzgl. seiner Glaubwürdigkeit entgegnete er dem fragenden Journalisten böse, wenn auch soweit er konnte zurückhaltend, dass er keine Lektion in Sachen Glaubwürdigkeit zu empfangen habe, wenn man seit über zwölf Jahren besser die Inflation bekämpft habe als die früheren großen Notenbanken der einzelnen Länder. Ob die momentanen beiden Zinserhöhungen nun entgegen seiner vorherigen Aussagen im April nun doch der Anfang einer Serie von Zinserhöhungen sei, mochte er nicht sagen. Der EZB-Rat entscheide von Fall zu Fall. Dies machte er so lebhaft deutlich, dass mir jetzt doch ein schneller weiterer Zinsschritt wahrscheinlich erscheint. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Indikatoren im Moment „less flattering“ seien, also eine weitere Inflationsgefahr für ihn greifbarer als zuvor erscheint und die Inflationsdaten von Eurostat liegen klar über die Inflations-Ziellinie von 2 %, die Trichet anstrebt. Ich persönlich denke, dass Trichet auf zukünftige EZB-Präsidenten keine Rücksicht nehmen muss und er am Ende des Jahres als jemand in Rente gehen will, der alles tat, den Euro stabil zu halten. Dass Länder wie Griechenland oder Portugal mit steigenden Zinsen noch weniger ihren Zahlungsverpflichtungen werden nachkommen können, damit muss er sich dann nicht mehr auseinandersetzen.

Was uns in der Eurozone noch erwarten könnte, vermittelte Trichet dem aufmerksamen Zuhörer ebenso. Trichet wurde mehr oder weniger implizit bzgl. der Maastrichter Kriterien befragt, die die No-Bail-Out-Klausel enthält:
„If the Euro crisis is ever to be resolved: Doesn’ it require much more fiscal sharing of resources and a common foundation of fiscal policy than it is currently envisaged?”

Trichet antwortete soweit ich das akustisch richtig verstanden habe:
“... Wim Duisenberg and all members of the governing councel constantly repeated that the stability and growth pact was essential. It was not necessery the sentiment of all countries. Maybe it is wrong. We see where we are. So we are very clear on that. At present there is a discussion for improving governance and there is a discussion that is difficult between governments and parliament. We are encouraging going as far as possible without, because it is the rule of the game at the game, change of the treaty. Tomorrow and the day after tomorrow we might imagine to go further, but today is today. And today we have certainly to improve considerably our surveillance of econcomic policies.”

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