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EZB-Chef Trichet gestresst

EZB-Chef Jean-Claude Trichet schien auf der heutigen EZB-Pressekonferenz arg geschwächt. Er hat sich mehrfach mit seinem Taschentuch geschneuzt und ein Mal genießt. Außerdem schien er recht gereizt, insbesondere zu Fragen in Bezug auf Italien. Gut aussehen, gut dastehen in dieser momentanen Situation, davon bin ich überzeugt, ging es bei der heutigen Sitzung. Trotz Anspannung und Stress. Das ist zumindest, was ich heute sah. Angeblich seien die neuesten Wirtschaftsdaten wieder mit Unsicherheit behaftet, im Gegensatz zu vor vier Wochen. Es gab keinerlei Hinweise auf Zinserhöhungen.

Bis zum Abtritt Trichets weitere EZB-Zinserhöhungen zu erwarten

Mir scheint, der EZB-Chef Jean-Claude Trichet befindet es für richtig, dass Ländern wie Griechenland schmerzhafte Reformen durchlaufen müssten. Sie hätten in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben nicht gemacht, also geschludert. Mehrfach betont Trichet mit Engagement, dass die Regierungen verantwortlich seien. Er möchte diese Verantwortung, die im Moment auf der EZB lastet, offenbar nicht weiter auf sich und seine Institution bezogen sehen. Bei Nachfragen bzgl.

Die große Show der Anti-Inflationsrhetorik

Momentan ist offener denn je, wer in der EZB nach dem Abgang von Jean-Claude Trichet den Helden der griechischen Tragödie spielen wird. Mögliche Kandidaten bringen sich mit ihrem rhetorischen Kampf gegen die Inflation in Stellung. Für mich ist sicher, dass eine Leitzinserhöhung der EZB Turbulenzen an den Finanzmärkten mit sich bringen wird und das ahnt wohl auch der EZB-Chef: Googeln Sie doch einmal in den Nachrichten zu den Staatsfinanzen der einschlägigen Euro-Länder und wie gut oder schlecht und zu welchem Zins diese schon jetzt ihre Anleihen am Markt unterbringen können!

Irische Brise in der Luft

Ich schätze, die EU-Politiker retten sich ins Wochenende und werden bis zur Öffnung der Märkte, bis Sonntag Abend, irgendetwas ausklüngeln, um Irland Kredite zu sichern. Vielleicht mit Bürgschaften, vielleicht mit Geld von der Zentralbank. Was auch immer. Statuten spielen schon lange keine Rolle mehr. Schon vor zwei Wochen hieß es von EZB-Präsident Trichet und dem Vorsitzenden der 16 Euro-Länder Juncker: "Sollte keine Ruhe einkehren, werden wir an einer Hilfsaktion für Irland nicht vorbeikommen." Ich schätze, die Zeit ist reif. Was heißt das für den Anleger?

Alle hätten verstaatlicht

Heute wurden erneut die ifo-Daten veröffentlicht. Den Leiter Hans-Werner Sinn sah ich letzten Freitag bei einer Podiums-Diskussion. Dort stand er im Kontrast zur Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Man hatte sich mehr oder minder lieb. Keiner der Diskuttanten hat den Aufkauf von Banken bzw. die Verstaatlichung als solche kritisiert. Eben auch nicht der als besonders wirtschaftsliberal geltende Hans-Werner Sinn. Alternativlos. Systemrelevant. Ich kann es nicht mehr hören. Die Marktwirtschaft hat immer weniger Rückhalt in der Gesellschaft. Dafür gibt es nun mehr als deutliche Belege.

Hypo Real Estate braucht mal wieder Geld

Die Hypo Real Estate (HRE) braucht mal wieder Geld. Wahnsinn! Warum lässt man diese Bank nicht einfach pleite gehen? Welche Interessen werden hier geschützt? Zahlreichen wirtschaftlich geführten Banken wird mit derart künstlich am Leben gehaltenen Unternehmen das Leben schwer gemacht. Wenn ich mich als kleine Privatperson verspekuliere, trage ich die Kosten selbst. Wenn sich eine Bank verspekuliert, trägt die Kosten die Allgemeinheit. Gut, die Bank ist noch nicht pleite. Das soll ja gerade verhindert werden.

Fed beflügelt Aktienmarkt

Auf Kosten der Währungsstabilität wird die Federal Reserve, so sehen es offenbar die Marktteilnehmer, stimulierende Maßnahmen ergreifen. Dass bei einer Nullzinspolitik trotzdem weiter Spielraum besteht, zeigt sich vor allem im Ankauf von Anleihen des eigenen Staates. Der Arbeitsmarkt und der US-Immobilienmarkt

Gold bei 1000 Euro

Schon am Freitag hatte die Feinunze Gold die 1000 Euro mehrfach überschritten. Die Mechanik, dass bei schwächerem Euro der in US-Dollar notierte Goldpreis ebenfalls sinken würde, ist außer Kraft gesetzt. Sowohl Dollar als auch Gold steigen. Ganz zu trauen scheinen die Märkte der Überschreitung der 1000-Euro-Marke noch nicht, sonst hätte Gold schon am Freitag die Schallmauer nicht nur durchbrochen, sondern den Stand auch zu Handelsschluss gehalten. Nun mussten wir das Wochenende ausharren und erwartungsfroh dem Handelstart entgegen fiebern.

Sekt bereit stellen! Gold bei unter 1000 Euro nur noch für kurze Zeit

Dieses ganze Hickhack um den Euro die letzten Wochen haben dem Gold neuen Schub verliehen. Das "Rettungspaket" von 750 Mrd. Euro hat noch einmal zusätzlich unterstützt. Die EZB wirft alle Stabilitätskriterien und Vorsätze über Bord. Ich kann mich an meine Uni-Seminare zur Einführung des Euros und zu den Maastrichter Verträgen 1992 erinnern. Alles schöne hoffnungsvolle Erinnerungen. Wenn es hart auf hart kommt, macht aber die EZB den Euro weich. Jean-Claude Trichet ist für Goldbesitzer nun der beste Freund in Europa!!!

Nur zur Erinnerung: Staatsverschuldung USA

Bitte betrachten Sie einmal die Relationen: Die Staatsverschuldung in den USA beträgt 85% des Bruttoninlandsproduktes. Die USA erhalten bis heute die vorzügliche Bonitätsnote "AAA". Griechenlands Verschuldungsquote liegt nicht unweit entfernt bei 98% und dessen Schuldverschreibungen haben Ramsch-Status. Bei etwas weiterem Blick handelt es sich bei dem momentanen Eurokurs-Verfall, meiner festen Überzeugung nach, um einen Abwertungswettlauf der Papierwährungen.